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Überraschte Gesichter beim Regionalligateam des SVL: über den gesamten zweiten Wettkampftag hatten alle den Eindruck, daß es irgendwie nicht so recht laufen wollte. Viele unnötige Fehler, kein richtiger „Zug“ im Wettkampf, einfach „kein gutes Gefühl“ – und trotzdem fand man sich am Ende mit sechs weiteren Siegen aus den sieben Tagesmatches erneut auf dem ersten Tabellenplatz wieder. Zwar konnte es keiner so recht erklären, der Begeisterung tat dies jedoch keinen Abbruch. Damit geht der SVL mit zwei Punkten Vorsprung auf die zweitplazierte SG Gerstetten in die Weihnachtspause. „Frau des Tages“ war Sabrina Sobczyk, die als einzige Starterin alle sieben Matches bestritt und wichtige Stütze des Teams war.
In voller Besetzung reiste die erste Mannschaft des SV Litzelstetten zu ihrem zweiten Wettkampf in der Regionalliga-Saison 2008/2009 nach Otterstadt in die Pfalz. Zu dem Erfolgsquintett vom ersten Termin gesellten sich nun noch Jonas Bausch und „Joker“ Kai Haberbosch. Ziemlich aufgekratzt ging die gesamte Mannschaft ins Einschießen, am besten zurecht kamen zu Beginn Alexander und Sabrina Sobczyk sowie Jonas Bausch, die demzufolge das Auftaktmatch gegen den BC Villingen-Schwenningen bestritten. Trotz eines nervösen Auftritts gegen Dominic Gölz, Dominik Doser und Fabian Kroiß reichte es zu einem 217:211 Erfolg. Auch die anderen Konkurrenten zeigten Nerven, und nur das Team vom 1. BSC Karlsruhe schaffte beim 221:209 gegen die SG Ditzingen den Sprung über die 220er Marke.
Konsequenterweise wurde zum zweiten Match ausgewechselt: Kai Haberbosch ersetzte Jonas und Christian Wild ging für Alex an die Schießlinie. Auch gegen Martin Reis, Tanja Pitan und Sebastian Orlando vom SV Tell Dillingen-Pachten lief es nicht wie gewünscht. Vor allem Christian fand nicht zur gewohnten Form und ließ auf dem unteren Spot überraschend viele Ringe aus. Dafür lief es bei Sabrina richtig rund. Sie hatte ganz erheblichen Anteil am 215:201 Erfolg gegen das Team von der Saar und unterstrich ihre sehr gute Leistung von den Kreismeisterschaften, bei denen sie für die BSG Riegel 566 Ringe erzielt hatte. Mit immer noch nicht optimaler Aufstellung wurde dann erneut gewechselt – Schützen waren ja genügend an Bord.
Gegen die zweite Mannschaft vom Gastgeber SSV Otterstadt gesellte sich nun Stefanie Polej zu dem Geschwisterpaar Alex und Sabrina. Gegen Angelika und Bodo Schiefelbein sowei Sabine Landwich konnte das Team mit 219:208 einen weiteren Sieg verbuchen, aber ein Blick auf die Ergebnisse der anderen Teams aus der oberen Tabellenhälfte, mit denen man sich nach der Pause in der zweiten Tunierhälfte würde messen müssen, verhieß nichts gutes: Karlsruhe, Gerstetten, Fellbach-Schmiden und auch Ditzingen hatten stets zumindest gleich gute, meist aber bessere Resultate geliefert. Und da auch Steffi nicht wirklich glücklich mit ihrem Ergebnis war, kam im vierten Match gegen die SG Ditzingen dann Susanne Papendick zu ihrem ersten Tageseinsatz.
Yvonne Roscher, Simon Höntsch und Jens Böttcher waren der erwartet unangenehme Gegner. Insgesamt war es für Alex, Sabrina und Susanne ein enges Match, und ausgerechnet dem „alten Hasen“ passierte dann ein ärgerlicher technischer Fehler. Der verrissene Schuß ergab auf der Nachbarauflage zwar noch sechs Zähler, am Ende fehlten dann aber zwei Punkte, womit das Aufeinandertreffen mit 213:215 an die SG Ditzingen ging. „Wie auf der Land, genauso wie auf der Land !“ schimpfte Susanne Papendick und ärgerte sich maßlos. Das Bauchgefühl hatte ihr zwar von Anfang an geraten, lieber nicht an den Start zu gehen, da es aber bei den übrigen Schützen kaum besser aussah, hatte sie sich „breitschlagen“ lassen. Damit war auch vor der Halbzeitpause immer noch kein wirklich funktionierendes Team gefunden. Alle lamentierten vor sich hin – nur Sabrina Sobczyk hatte sich klammheimlich als Tages-Stammschützin etabliert und war mit ihrer Leistung recht zufrieden. Da parallel zur Niederlage gegen Ditzingen der BC Villingen-Schwenningen mit einem Sieg gegen den Tabellenzweiten Gerstetten quasi südbadische Schützenhilfe geleistet hatte, bliebe in der Zwischenwertung alles beim alten und der SVL Tabellenerster.
Nach der halbstündigen Wettkampfpause setzte sich im Regionalligateam das tagestypische Lamentieren fort und spiegelte im Grunde die Tagesform deutlich wieder: „Ach nee, wenn’s geht, dann lieber nicht“, „lieber jemand anders“, „ich weiß nicht, so richtig rund läuft es bei mir gerade gar nicht“, „ich habe schon letztes Mal nach der Pause nicht so richtig gut ausgesehen“ ... . Gegen das bis dato überzeugendste Team des Tages mochte sich einfach niemand „blamieren“ und so drucksten die meisten herum, während Sabrina Sobczyk dann konsequent Verantwortung übernahm: „O.K., ich mach’s.“ Den nötigen Mut hatten neben ihr Kai Haberbosch und Christian Wild, die gegen Jens Meier, Dirk Patzig und Jan Steinkönig endlich einmal richtig auftrumpfen wollten. Allerdings begann die Mannschaft dann wie schon in der ersten Wettkampfhälfte sehr nervös, und erstmalig zeigte auch Sabrina leichte Wackler. Bis zur letzten Passe ging es äußerst spannend zu, und so hielt es die vier anderen nicht auf der Einschießscheibe. Ständig wurde zu den dreien hinübergelinst, die direkt auf der Nachbarscheibe ihr Match austragen mußten. Ausgerechnet Christian mußte als „letzter Mann“ zwölf Sekunden vor Schluß absetzen und den Schuß neu aufbauen – Aufstöhnen bei den vieren hinter der Linie, die nicht eingreifen konnten (sie hatten sich ja im Grunde auch „gedrückt“ ...), sowie Atem Anhalten bei Kai und Sabrina, aber am Ende reichte es in letzter Sekunde für den Zehner. Mit einer 59er Passe konnte das Trio zum ersten Mal über die 220er Marke springen, gerade rechtzeitig für die Aufeinandertreffen mit den Top-Plazierten der Tabelle. Mit 223:217 wurde der Sieg eingefahren, Riesenjubel an der Linie und bei den Vieren im Hintergrund: zwei wichtige Punkte geholt und dabei auch noch im entscheidenden Moment die nötige Steigerung geschafft, effizienter kann man seinen Wettkampf eigentlich nicht wirklich gestalten.
In der gleichen Formation ging das Team dann gegen SK Fellbach-Schmiden an den Start. Auch hier machten es Kai, Sabrina und Christian spannend. Gegen Kai Müller, Achim Beck und Frank Zweigle kam es zum Foto-Finish. Das SVL-Trio lag dabei immer hinten, erst drei, dann fünf und schließlich zwei Ringe. In der letzten Passe gingen die drei dann auf volles Risiko – und erneut konnte Christian mit dem letzten Pfeil das Match entscheiden. 219:215 hieß es am Ende, und so kam es gegen die SG Gerstetten zum echten Gipfeltreffen.
Robert Wittner, Oliver Fronmüller und Paul Wallner hießen die Gegner von Kai Haberbosch sowie Alexander und Sabrina Sobczyk. Christian Wild verzichtete nach den beiden hoch emotionalen Auseinandersetzungen mit Karlsruhe und Fellbach-Schmiden auf einen weiteren Start. Nach zwei Passen war auch dieses Mal klar, daß es erneut sehr knapp werden würde: 111:111. Viele knappe Treffer ließen sich aus der Distanz von über 20 m für die Beobachter nicht genau zuordnen, jeder meinte etwas anderes zu erspähen, und so war der Puls im Wartebereich wohl genau so hoch wie an der Schießlinie. Just zum Ende dieses Aufeinandertreffens ließen Alex, Sabrina und Kai dann aber nichts mehr anbrennen und setzten sich mit 218:216 durch. Damit sorgten sie für riesigen Jubel und heilloses Durcheinander im Aufenthaltsbereich, wo die anderen vier beim Daumendrücken kaum mehr hatten hinschauen können. „Wir waren heute doch so schlecht, wie kann das denn sein“, so die Frage des Tages. Beschweren wollte sich darüber natürlich niemand, aber ein komisches Gefühl war doch dabei. Bleibt wohl nur das Fazit: falsch gedacht, so daneben war die Leistung nicht, und im entscheidenden Moment paßte es dann einfach. Glück und die richtigen Wechsel gehören dann auch dazu ... ! Mit dem Sieg im letzten Match des Tages führt nun der SVL mit zwei Pünktchen vor der SG Gerstetten, die auf Platz zwei in die Weihnachtspause gehen wird. Die aktuell 24 Punkte auf dem Konto machen zwar rein rechnerisch noch den Abstieg theoretisch möglich, praktisch dürfte aber das Saisonziel erreicht sein - irgendwoher werden wir die fehlenden Punkte schon noch bekommen.
Hier gibts die Ergebnisliste zum Download 53.61 Kb
Wettkampfnachlese:
Eigentlich hätten's wir ja wissen oder zumindest ahnen können, daß der Wettkampf irgendwie nicht so richtig "toll" werden würde - waren wir doch nicht optimal vorbereitet angereist: es fehlte die Kamera ! Und damit natürlich auch die Bilder Aber wir werden, Dank netter Menschen in der Halle, noch einiges nachreichen.
Herzlichen Dank an das Organisationsteam vom SSV Otterstadt, das nicht nur für eine erstklassige Verpflegung und gute Rahmenbedingungen sorgte – sondern auch noch entsprechende Stimmung schaffte, einfach so, wie es eben sein sollte.
Spruch des Tages: Beim nächsten Mal mache ich nur Fotos !!!
Spruch des Tages, die zweite: Das ist ja echt der Wahnsinn. Nicht daß ich Euch das nicht zugetraut hätte ... .
Besonderen Dank auch auf diesem Wege an Familie Haberbosch, ohne deren Unterstützung wir nur schwerlich gemeinsam als Team reisen könnten, sowie natürlich auch an Kai, der „ganz nebenbei“ ja auch noch fahren mußte ... . Ohne großzügige Förderer und den Extra-Einsatz könnten und würden wir sicher nicht in der Regionalliga dabei sein. Und schon gar nicht vorne mitmischen.
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